25. August 2003

Spielzeit 11:46 Minuten


Leonora Ouvertüre

Ludwig van Beethoven


getauft am 17. Dezember 1770 in Bonn
gestorben am 26. März 1827 in Wien

Ludwig war das zweitälteste Kind eines Hofmusikers und Tenors. Mit der
Ambition ihn, ähnlich Mozart, als Wunderkind vorzuführen, unterzog ihn der
Vater einem brutalen Training. Obwohl er dieses Ziel verfehlte, machte der
junge Beethoven die Musik zu seinem Beruf, wählte im Jahre 1792 Wien zum
Wohnort und studierte bei Haydn, Albrechtsberger, Schenck und Salieri. 1795
pries man ihn als Genie und Meister der Klavier-Improvisation, er wurde in
ganz Europa bekannt und von großzügigen Mäzenen unterstützt. Diese Zeit
bezeichnet man als seine „frühe Periode“. Seine ersten Kompositionen spiegeln
die klassische Zurückhaltung Haydns und Mozarts mit einem Aufblitzen von
starkem Gefühl und starker Originalität, wie in seiner Klaviersonate in c-Moll,
(„Pathetique“ 1798).

Zwischen 1798 und 1800 wurde sich Beethoven seiner zunehmenden Taubheit
bewusst. Obwohl seine Karriere als Pianist dadurch beendet war, gewannen
seine Kompositionen während dieser „mittleren Periode“ an Reichtum und Kraft.

Komponisten gliederten die Sätze normalerweise in drei Teile. Zu Anfang die
„Exposition“, in der das musikalische Thema des Stückes vorgestellt wurde. Dann
die „Durchführung“, in der diese Themen abgewandelt wurden und schließlich die
„Reprise", die das Hauptthema wiederholte. Die Symphonie Nr. 3 in Es-Dur
(„Eroica“, 1803) beginnt mit zwei großen emphatischen Strängen, die in
geheimnisvoller Harmonie verharren. In diesem Werk erweiterte Beethoven die
Dimensionen der Symphonie, in dem er die klassischen Maßstäbe umformte und
neu bestimmte.

Während seiner „späten Periode“ hielt sich Beethoven nicht länger an die
traditionellen klassischen Formen und Werke. Für Beethoven war die Schöpfung
einer Komposition oder einer revidierten Fassung immer ein Kampf gewesen, wie
es das verschlungene Gekritzel auf den über 7000 Seiten der Skizzenbücher zeigt.
Die Sonate op. 111 hatte nur zwei Sätze, während das Streichquartett op. 131
sieben Sätze umfasst. Das Gefühl qualvoller Anstrengung ist Teil der Musik.

Niemals verheiratet, war er während seiner letzten zehn Lebensjahre gesellschaftlich
zunehmend isoliert. Er übernahm die Vormundschaft für seinen Neffen Karl und
versuchte den Jungen seinen Wünschen entsprechend zu formen, dabei
überschüttete er ihn mit seiner Fürsorge, seiner Eifersucht und seinen Erwartungen.

Beethoven beginnt die Leonora Ouvertüre mit Furcht einflößendem Ton, mit
ziemlich düster klingenden Streichinstrumenten. Dann fallen die Bläser mit einem
hoffnungsvollen Thema ein. Schließlich verkündet eine Trompete außerhalb des
Orchesters einen triumphierenden Sieg. Viele sehen das als musikalischen Streit
zwischen den Mächten der Finsternis und den Mächten des Lichtes.




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