MÄNNER UND MUSIK PRÄSENTIEREN

Die Moldau - aus „Mein Vaterland“

Spielzeit 12:14 Minuten


Friedrich (Bedřich) Smetana

geboren am 2. März 1824 in Leitomischl (Litomyšl), Tschechische Republik
gestorben am 12. Mai 1884 in Prag, Tschechische Republik


Smetana war der erste Komponist, der in seiner Musik tschechische Themen
und Mythen verarbeitete. Neben seiner opernhaften Komödie Die verkaufte Braut
ist Smetana bekannt durch sein gewaltiges orchestrales Monument für seine Nation,
eine Verherrlichung des Landes und seiner Menschen, das man als Zyklus aus sechs
sinfonischen Poemen unter dem Titel Mein Vaterland (Má Vlast) kennt.

Das populärste dieser sinfonischen Poeme ist das zweite, Vltava, der Name
des großen tschechischen Flusses, der auf Deutsch Moldau heißt.
Der Komponist selber hat 1879 eine Beschreibung verfasst:

„... Diese Komposition schildert den Lauf der Moldau. Sie belauscht ihre
     zwei Quellen, die ‚warme‘ und die ‚kalte‘ Moldau, verfolgt dann ihre
     Vereinigung und den Lauf des Stromes durch Wiesen und Haine,
     durch Gegenden, wo die Bewohner gerade fröhliche Feste feiern.
     Im silbernen Mondlicht führen Wassernymphen ihre Reigen auf,
     stolze Burgen, Schlösser und ehrwürdige Ruinen, mit den wilden Felsen
     verwachsen, ziehen vorbei. Die Moldau schäumt und wirbelt in den
     Stromschnellen zu St. Johannes, strömt in breitem Fluss weiter auf
     Prag zu, die Burg Vyšehrad taucht an ihrem Ufer auf. Die Moldau
     strebt majestätisch weiter, entschwindet den Blicken und ergießt
     sich schließlich in die Elbe.“



1974 traten die ersten Zeichen des syphilitischen Endstadiums auf, das
schließlich zu Smetanas schneller Ertaubung führte, er komponierte jedoch
weiter und vollendete die Moldau. Smetana litt auch an einem Tinnitus, der ihm
das Anhören eines unerträglichen hohen Tones aufzwang. Im Jahre 1882 war,
mit dem Fortschreiten der neurologischen Erkrankung, Smetanas mentales
Gleichgewicht ernstlich gestört.

Zu Smetanas sechzigstem Geburtstag richteten die Vereinigten Böhmischen Musik-
Gesellschaften ein Festival aus – an diesem Tag verlor Smetana jedoch seinen Verstand.
Er wurde in die Prager Irrenanstalt gebracht, wo er im folgenden Monat starb.

Die Ausbildung eines nationalen Musikstils durch Smetana (fortgesetzt von
Komponisten wie Antonín Dvořák) markiert ein bedeutendes Kapitel der romantischen
Bewegung des neunzehnten Jahrhunderts.






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