MÄNNER UND MUSIK PRÄSENTIEREN
Mährchen
Scherzo Fantastique für zwei Klaviere
Spielzeit 9:30 Minuten
Rafael Joseffy
geboren am 3. Juli 1852 - Hunfalu, Ungarn
gestorben am 25. Juni 1915 - New York, New York, USA
Joseffy begann sein Klavierstudium als Junge von acht Jahren. Obwohl er kein
Wunderkind war, erlaubte ihm sein Vater, das Studium in Budapest fortzusetzen.
Joseffy besuchte dann 1866 das Musik-Konservatorium in Leipzig, wo er als
Vierzehnjähriger bei Ernst Friedrich Wenzel studierte. 1868 ging er nach Berlin und
studierte bei Carl Tausig; zwei Sommer verbrachte er bei Franz Liszt in Weimar.
Rafael Joseffy trat zum ersten Male 1872 in Berlin auf und wurde sofort als Meister-
pianist mit großer Brillianz und bemerkenswerten technischen Kräften gefeiert.
Sieben Jahre später zog er in die Vereinigten Staaten, wo er in verschiedenen großen
Städten mit dem New York Philharmonic Orchestra spielte.
Der Musikkritiker James Huneker schrieb einmal: "Joseffy steht heute (1911) für
all das, was in der Domäne des Klaviers exquisit und poetisch ist. Als Virtuose
unter Virtuosen verschafft ihm die Schönheit seines Klanges und dessen samtartige,
aristokratische Qualität eine einzigartige Stellung in der musikliebenden Welt.
Da fühlt man Magie und Mondlicht, wenn er eine von Chopins Nocturnes spielt und
kometenhafte Brillianz bei seiner Vorstellung eines Liszt-Konzertes.
Joseffy stellte fest, dass das Konzertleben seine Nerven zu sehr strapazierte und
er zog sich, ohne auf Ruhm und Beifall Rücksicht zu nehmen, von der Konzertbühne
zurück. Er zog das kleinere Einkommen des Lehrers dem blendenden Rampenlicht
vor und wandte seine Aufmerksamkeit privatem Unterrichten und dem Lehren am
National Conservatory of Music in New York City zu.
Neben der Arbeit als Herausgeber einer großen Zahl von Klavierkompositionen
von Chopin und anderen Komponisten für den Musikverlag G. Schirmer, ist sein
Hauptbeitrag zur Literatur des Instrumentes seine wichtige "School of Advanced
Piano Playing" (New York, 1902), an der er viele Jahre arbeitete.
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